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Pastoren der Vegesacker Gemeinde

 

Pastorenhügel 01

Pastorenhuegel 011

Hier finden Sie eine noch zu vervollständigende Liste aller Vegesacker Pastoren.

Nicht alle Pastoren der Gemeinde sind auf dem Vegesacker Friedhof bestattet. Drei Pastorengräber finden sich auf dem so genannten Pastorenhügel, Pastor Baars Grab findet sich an anderer Stelle des Friedhofs und P. Hasenkamp und Iken an der Kirche. Die Pastorenbilder hängen in der Kirche.

(Texte z. T. nach Dietrich Steilen)

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Der erste Seelsorger der Gemeinde war Hermann Hasenkamp, ein Sohn des Rheinlandes. Er wurde am 8. März 1774 zu Duisburg geboren, wo sein Vater Rektor des Gymnasiums war. Im Alter von drei Jahren verlor er den Vater. Die Erziehung des kleinen Knaben lag nun in den Händen des Onkels. Hermann war überaus fleißig und strebsam, so dass er schon mit 21 Jahren sein akademisches Studium abgeschlossen hatte. 1798 wurde er Rektor in Lengerich, 1800 Pfarradjunkt in Lotte und 1809 daselbst Prediger. 1816 kam er als Pastor nach Lienen. Bei der Wahl des Geistlichen in Vegesack vereinigte Hasenkamp alle Stimmen auf sich, so dass der Senat in Bremen, die oberste Kirchenbehörde, ihn nach Vegesack berief. Nach dem Hasenkamp in Bremen eine Probepredigt abgehalten hatte, wurde er am 5. August 1821 feierlich in sein Amt eingeführt. Hasenkamp entfaltete eine umfassende, tief gehende Wirksamkeit. Das Wohl seiner Gemeindeglieder lag ihm sehr am Herzen. Eine innige Freundschaft verband ihn mit dem Arzt und Naturforscher Roth.

Er starb, eben 60 Jahre alt, am 5. August 1834. Sein Bild, gemalt von Addig Jaburg, hängt in der Kirche. In den älteren Häusern Vegesacks trifft man noch eine schöne Steinzeichnung von B. D. FUNK, Hasenkamp darstellend. Über seine schriftstellerische Tätigkeit schreibt Büttner ausführlich in der "Bremischen Biografie des 19. Jahrhunderts". Außer Predigten, die er im Druck erscheinen ließ, schrieb er unter anderem einen Katechismus des Evangeliums, war Mitarbeiter in Ewalds "Christlicher Monatsschrift" und gab von 1817 bis zu seinem Tode bei Heyse in Bremen die Zeitschrift "die Wahrheit zur Gottseligkeit" heraus.

Sein gusseisernes Grabkreuz ist vom Sockel gebrochen und wartet auf seine Instandsetzung im Kirchturm.

 

Hasenkamp 01

 

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Auf Hasenkamp folgte nach einjähriger Zwischenzeit Pastor Dr. Heinrich Friedrich Iken. Er war ein Kind unserer Gegend, am 4. Februar 1794 in neuen Neuenkirchen (Niederweser) als Sohn eines Geistlichen geboren. Iken besuchte in Bremen, wohin sein Vater als Pastor an St. Stephanie übergesiedelt war das Lyzeum. Frühzeitig verlor er seine Eltern, doch war es ihm möglich, sein Vorhaben, Prediger zu werden, auszuführen. Auf den Universitäten Straßburg, Tübingen und Göttingen studierte er Theologie. Als es galt, das Fremdjoch abzuschütteln, griff er wie so viele deutsche Jünglinge zu den Waffen und machte dem Befreiungskrieg als Sergeant bei den Bremer Tropfen mit. Er kam früh ins geistliche Amt. Erst 23 Jahre alt, wurde er Prediger in Hochdingen und folgte nach drei Jahren einem Rufe nach Gröpelingen, wo er zwölf Jahre wirkte.

Nach einer weiteren dreijährigen Wirksamkeit in Oberneuland wurde er 1835 in Vegesack gewählt und am 16. August eingeführt. 18 Jahre war er seiner Vegesacker Gemeinde ein treuer Seelsorger und Diener, All zeit bereit Wunden zu heilen und Not zu lindern. "Solange er im Predigtamte gewesen ist – und das sind 36 Jahre – hat er sich selten einer vollkommenen Leibesgesundheit erfreut" zuletzt steigerte sich sein Leiden dermaßen das zu Anfang des Jahres 1852 ein Hilfsprediger angestellt werden musste; es war der aus Vegesack stammende D. Koch.

Iken starb, noch nicht 60 Jahre alt, am 20. Juli 1853. Die Gedächtnisrede, die sein Gehilfe Koch ihm hielt, ist im Druck erschienen.

 

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Dr. Heinrich Albrecht Zedler, Ikens Nachfolger, war am 27. Januar 1824 zu Neustadt am Rübenberge geboren. Er entstammte einer Hannoverschen Bauernfamilie. Den größten Teil seiner Jugend verlebte er in Wunstorf, wohin seine Eltern verzogen waren nach dem Besuch des Gymnasiums in Hannover widmete er sich in Göttingen und Berlin dem Studium der Theologie und der Philosophie und erwarb sich die philosophische Doktor Würde. Nachdem er die theologischen Prüfungen bestanden hatte, Noelleschen Handelsschule zu Osnabrück. Von dort kam er nach Bremen als Hilfsprediger am Dom, so genannter Domkandidat.

Am 12. April 1854 wurde er zum Prediger in Vegesack erwählt und am 18. Juli in sein neues Amt, das er 38 Jahre bekleidet hat, eingeführt in dieser langen Zeit hat er stets eine große Neigung und ein warmes Herz für seine Gemeindeglieder gehabt. Daneben vertiefte er sich in ernste theologische und geschichtliche Studien, denen er sein großes Wissen verdankte. Mit Eifer trieb er auch Musik, für die er eine ungewöhnliche Begabung besaß. 1867 feierte seine Gemeinde ihr 50 -jähriges Bestehen. Die von Zedler bei dieser Gelegenheit gehaltene Festpredigt ist in Verbindung mit den bei der Grundsteinlegung und Einweihung der Kirche gehaltenen Predigten in Heftform erschienen unter dem Titel "Denksteine für die evangelische Gemeinde zu Vegesack".

Sein 25 -jähriges Ortsjubiläum gestaltete sich zu einer ehrenden Feier für ihn. Der kirchliche Ausschuss hatte es sich zur Aufgabe gemacht den Tag freudig zu gestalten am Vorabend wurde dem Jubilar ein Ständchen gebracht. Am Morgen des Festtages ließ die Kirchengemeinde durch den Vorsitzenden Bauherren ihre Glückwünsche aussprechen und zur Erinnerung an diesen Tag einen von Koch & Bergfeld in Bremen gefertigten prächtigen silbernen Tafelaufsatz überreichen. Vom Senat in Bremen lief ein herzliches Schreiben ein. Amtmann Dr. Droste, Abgeordnete des Gemeinderates, der Schulen der Schiffergesellschaft und zahlreiche Mitglieder der Kirchengemeinde sprachen ihre Glückwünsche aus. Von einem in London wohnenden Vegesacker wurde Zedler durch ein goldenes Schreibzeug in künstlerischer Ausführung erfreut. 

Sein Lebensabend wurde durch eine hartnäckige Arterienverkalkung getrübt. Nach längerem Leiden starb er am 4. März 1892, betrauert von seiner Frau und sieben Kindern, beklagt von seiner Gemeinde. Zedlers Bild, ein Werk von Oldmann Jaburgs, hängt in der Kirche. Weit verbreitet war eine Lithographie des des beliebten Geistlichen von Dirks in Düsseldorf.

 

Pastorenhügel 04

Pastorenhügel 03

Gustav Ernst Peter Lorenz Hartje (* Bütlingen/St. Dionys bei Lüneburg 10.1.1864, + Wiesbaden 21.4.1895) war der Sohn eines Steueraufsehers und ist in Buxtehude aufgewachsen. Nach der Reiseprüfung in Stade studierte er 1883 in Göttingen Theologie, war Hauslehrer in Hamburg und diente 1889 als einjährig Freiwilliger Unteroffizier in Kiel. Am 20. Juli 1890 wurde er in Lesum als zweiter Pastor eingeführt. Bereits zwei Jahre später wählte man ihn in Vegesack zum Nachfolger des beliebten und verehrten Pastor Zedler, wo er sein neues Amt am 24. Juli 1892 antrat. Es war ein schweres Erbe das der junge Pastor Hartje übernommen hatte, doch kaum drei Jahre später ist der 31-jährige nach einer schweren Erkrankung während eines Kuraufenthaltes verstorben. Er blieb unverheiratet und wurde die letzten Monate durch den Hilfsprediger Wilhelm Brüning (* Bremen 1862, + Berlin-Tempelhof 1921) vertreten. Hartjes Porträt, gemalt 1896 von Oltmann Jaburg, wurde  1982 aus der Kirche gestohlen und ist bis heute verschollen.

D. Steilen: Kirche zu Vegesack 1821-1921, S. 50; Staatsarchiv Bremen 2-P.13-182 (Predigerwahl Gustav Hartje); Kirchenarchiv.

 

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Ernst Baars, (* 1865 Bremerhaven, + 1949 Bremen)Pastor in Vegesack 1895-1928, davor in Weiler bei Baden-Baden. War als Seelsorger am längsten in Vegesack tätig. Sohn eines Schiffbaumeisters auf der Tecklenburg Werft in Bremerhaven. Enkel des Werftgründers Simon Abbeg.

Als Freidenker Anhänger des „Monistenbundes“, einer Religionrichtung ohne Dogma und Bekenntnis, war er Mitglied im „Bund für Mutterschutz“, der sich für ledige Mütter eingesetzt hat. Außerdem war er u. a. zeitweilig als Obmann des „Wissenschaftlich-humanitären Kommitees“ von Dr. Magnus Hirschfeld und damit Ansprechpartner für in Bedrängnis geratene Homosexuelle. Darüber hinaus war er schriftstellerisch tätig und hat sich auch als Prediger einen Namen gemacht.

Georg Huntemann, in: Bremische Biographie 1912-1962, Bremen 1969, S. 20 http://www.bbkl.de/b/baars_e_g.shtml

 

Baars 5a

Pastorenhügel 02

Heinrich Keller, *1885 - +1958

Baustelle

 

Rudolf Collmar 1955-1960 (* Harleshausen/Kassel 23.8.1895, + Bremen 24.3.1975)

 

 

1960-1972 Nelle, Hermann (* Oldenburg 1922)

 

 

1973 Peters, Joachim (* Erfde, Kreis Schleswig 1945); Pfarrverwalter

 

 

1973-1990 Kleiner, Dietrich (* Berlin 1928)

 

 

1985-1986 Knigge, Uwe (* Bremen 1953); Hilfsprediger

 

 

1990-1996 Latossek, Volkmar (* Lilienthal 1958)

 

 

Seit 1996 Keller, Volker

 

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